1. September 2015

In memoriam


Wie Sie schon gemerkt haben, setzt hier seit einiger Zeit der Staub an und der Blog ist verwaist.
Und um es gleich vorneweg zu sagen: Das bleibt auch so.

Der Zaubermann hat sich aus der Blogszene final verabschiedet.

Ursprünglich hätte nicht einmal dieser letzte post hier sein sollen - aber nachdem ich zuletzt keine einzige Ihrer vielen Emails (erst heute morgen wieder), Textmessages usw. beantwortet habe (und nicht zu antworten über all die Jahre eigentlich nie mein Stil gewesen ist), dachte ich, Sie hätten vielleicht doch Anspruch auf ein paar letzte Worte.

Was ich durchaus wahrgenommen habe, war die Enttäuschung, die aus mancher Ihrer an mich gerichteten Zeilen entfloss und das Bedauern über den Abschied.

Aber sehen Sie - vielleicht ist das mit dem Bloggen (und vielleicht sogar mit ALLEN guten Dingen im Leben) so: Egal ob Ehe, Beruf, Musik, Hobbies, ein jedes Ding hat "seine Zeit".

Es ist jene Zeit, in der die Dinge GUT sind.
Eine Zeit, in welche sie "hinein gehören" und genau deshalb auch dorthin PASSEN.


Ich habe mich sehr früh in meinem Leben daran gewöhnen müssen, dass es eine sehr ratsame Entscheidung für sich selbst sein kann, wirklich ALLES um mich herum in dem Bewusstsein zu genießen, das es auf jeden Fall irgendwann einmal vorbei sein wird.

Dass auch das, was Einem das Liebste und Teuerste ist, eines Tages nicht mehr da sein wird.
Den Moment des Genießens im Hier und Jetzt ein bisschen dunkel zu flavoren mit der Erkenntnis des kommenden Abschieds.


Ich möchte nicht sagen, dass dies ein Menschenleben unbedingt glücklicher macht, ganz bestimmt nicht. Doch ich glaube, dass es ein Menschenleben durchaus weniger angreifbar und verletzlich machen kann, wenn man so denkt und sich diese Einstellung zueigen macht.

Bloggen hatte "seine Zeit". Fast zehn Jahre lang.
Aber sie war zuletzt wirklich spürbar "vorbei". Und ich bin glücklich, dass sie vorbei ist.

Sie machen sich keine Vorstellungen, wie zeitaufwendig Bloggen sein kann, betreibt man es mit dem Eigenanspruch, mit dem ICH das tat. 
Ich genieße die nun frei gewordene Zeit so sehr, Sie würden es nicht glauben!

Die Art und Weise bzw. der Anlass, WARUM jetzt der Zeitpunkt zum Aufhören gekommen war, ist jetzt echt nichts, was ich irgendjemandem an den Hals wünsche ;-)...aber weder werde ich mich über die Details auslassen noch bedaure ich es (jetzt nicht mehr zumindest).


Es hat Alles ganz genau so kommen müssen, wie es eben kam.
Die Dinge im Leben, sie sind wie Wasser, und Wasser sucht sich immer seinen Weg.
Immer.

Kann ich Ihnen noch etwas mit auf den Weg geben?
Nicht wirklich.

Das Eine vielleicht:
Wenn Sie  in Zukunft an einen Punkt kommen, der Sie belastet, und in diesem Moment innerlich die Möglichkeit haben, sich zwischen zwei Reaktionen ENTSCHEIDEN zu können, wenn Sie sich soweit im Griff haben, dass Sie sich Ihre Reaktion noch AUSSUCHEN können:


Wählen Sie stets den Weg der Sanftmut
und jenen, den ein etwas zu großes Herz wählen würde. 

Ich bin mir sicher, Sie werden belohnt dafür.
Eines Tages werden Sie das. 
Und Sie werden dann stolz auf sich sein.



Behalten Sie die Zeit im Zauberblog, die Kommentare, die Diskurse, und den Spaß, den wir hier zusammen hatten in guter und vor Allem in dieser sanftmütigen, verzeihenden Erinnerung.

Danke für Ihre Zeit hier.
Machen Sie's gut.
Ach ja, und: Löschen Sie meine Kontaktdaten.



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Was immer Sie jetzt im Begriff sind zu äußern:

Bedenken Sie stets, dass Sie es mit einem Zauberer zu tun haben.
Schlagen Sie also in jedem Fall einen Tonfall an, der sicherstellt, dass ich Ihnen gewogen bleibe...

Sie dürfen mich aber einmal entzürnen, genau EINMAL.
Das erkennen Sie daran, dass Sie die gelbe Karte von mir kriegen, und wenn das so ist, sollten Sie eine zeitlang auf Kommentare verzichten.
Tun Sie es nicht, sehen Sie die rote Karte und die bedeutet: Sie wären dann hier im Blog nicht mehr willkommen.

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